Polen : Nirgendwo, Kruszwica und Torun

Polen. Unberührte Natur. Ursprüngliche Einfachheit.

Für fünf Tage habe ich eine sehr nette Familie besucht, die ich seit ein paar Jahren kenne. Nicht das hippe Warschau, sondern einen Hof in Kruszwica, wo eigentlich nichts ist. Die Familie bewirtschaftet ein riesen großes Jagdgebiet. Uns umgeben 30.000 Hektar unberührte Schilfflächen, Äcker, Seen, Tannen und Teiche, wilde Landschaften, ein endloser Horizont.

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Es dämmert. Ich schleiche Marcin hinterher. Schritt für Schritt passe ich mich seinem Tempo an. Wir müssen leise sein. Vor allem Rotwild ist bei Dämmerung aktiv und ich möchte unbedingt ein paar Tiere zu Gesicht bekommen. Wir sind mit dem uralten Jeep lange Holperstraßen gefahren, haben Schlammlöcher durchquert, bei denen ich sicher war, dass wir stecken bleiben, um endlich eine Schilffläche anzufahren, auf der sich das Wild gerne die Zeit vertreibt. Mein Rücken schmerzt von der Holperei, ich kann mich in meiner dicken Jacke kaum bewegen, aber bei Temperaturen rund um den Gefrierpunkt ist es wichtig, warm zu bleiben. Der Augenblick, wenn der Wind über die Flächen weht, alles in wellenartige Bewegungen versetzt und mit einmal ein Hirsch sein mächtiges Haupt erhebt und über sein Revier blickt, den wollte ich nicht verpassen.
Wir klettern auf einen Hochsitz und warten.
Gedanken kommen und gehen, wehen vorbei wie Schatten über die Schilfhalme. Es ist fast schon eine meditative Stimmung. Wir sprechen nicht und schauen nur ab und zu durch ein Fernglas. Die Weite beeindruckt mich und lässt mich innerlich ruhig werden. Wie wunderschön Momente in der Natur sind. Und wie selten sie in unserem gehetzten Leben vorkommen.

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Ich zucke. Ein Fuchs schaut aus dem Schilf hervor und als er sich sicher fühlt, schlendert er gemächlich auf eine Wiese und tollt herum. Und endlich 500 Meter weiter treten fünf Stücke Rotwild heraus. Es sind vier Kälber und ein junger Spießer. Wie eine Gruppe von Teenagern ziehen sie imposant und doch etwas unsicher auf die andere Seite der Schilflandschaft. Ich komme mir wahnsinnig klein und unbedeutend vor. Ihr rotes Fell leuchtet fast schon vor dem senffarbenem Boden und ich schaue ihnen lange hinterher, bis sie weit entfernt in der untergehenden Sonne verschwinden.

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Polen hat viele Seite, aber diese wilde, raue Seite ist meine Liebste.

Torun

Toruń ist neben Bydgoszcz eine der beiden Hauptstädte der polnischen Woiwodschaft Kujawien-Pommern. Einige Denkmäler zeigen stolz, dass Nikolaus Kopernikus, einer der bedeutendsten Astronomen der Neuzeit, der das Weltbild des Sonnensystems formulierte, berühmtester Sohn der Stadt ist.
Toruń ist eine wunderschöne, alte Stadt, die Bereiche beherbergt, die zum UNESCO Weltkulturerbe zählen. Alte Fassaden, eine Stadtmauer und viele prächtigen Kirchen bestimmen das Stadtbild. Man kann fast fühlen, wie im Mittelalter das Hufgeklapper der Pferde in den Gassen zu hören war.
Mich hat die Stadt berührt. Neben vielen heruntergekommenen Dörfern und Stadtteilen, die wir auf dem Weg von Stettin nach Kruszwica gesehen und durchfahren haben, ist Toruń wirklich gemütlich, ansehnlich und bietet viel Kultur. Herrlich um polnische, traditionelle Gerichte zu probieren, oder bei Kaffee und typischem Gebäck den Nachmittag zu verbringen.

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Wohin?

Restaurant Sphinx – Polnisches Essen

Bäckerei für traditionelle Lebkuchen – Shop in the old market, Rynek Staromiejski 6

Shopping im Torun Plaza

Stay in Hotel i Restauracja 1231

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2 Gedanken zu “Polen : Nirgendwo, Kruszwica und Torun

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